CTR Click Through Rate

Wieso CTR kein direkter Rankingfaktor ist

Das Thema SEO hat immer als oberstes Ziel, dass die eigene Webseite oder bestimmte Unterseiten unter bestimmten Keywords gut in den Suchmaschinen positioniert werden. Das wird oftmals mit einer hohen Zahl von Besuchern gleichgesetzt. Hohe Besucher bedeuten steigende Umsätze und somit eine bessere Vermarktung.
Die Wahrheit ist aber auch, dass eine gute Platzierung in den Suchmaschinen nicht automatisch bedeutet, dass das eigene Suchergebnis auch wirklich viel geklickt wird. Hier kommt es auf die Description, also die Beschreibung, den Titel und andere Faktoren an. Daher kann es sich durchaus lohnen die Frage zu stellen, warum die Klickrate eigentlich kein Faktor für das Ranking ist.

Die Click Through Rate – die Klickrate der Ergebnisse

Die Abkürzung CTR steht im Fachjargon für die Click Through Rate. Um genau zu sein, wird damit beschrieben, wie oft ein Besucher von den Ergebnissen in den Suchmaschinen auch wirklich auf das Ergebnis (einer Seite, Unterseite oder z.B ein Banner oder eine Werbekampagne) klickt. Sie kann unabhängig vom Ranking sein, ist allerdings in der Regel auch damit verbunden, dass die ersten Ergebnisse weit besser angeklickt werden als jene Positionen, die sich weiter unten oder sogar auf den folgenden Seiten befinden.

Wenn besonders viele Leute auf ein Ergebnis in der Suchmaschine klicken ist die CTR natürlich deutlich höher, während sie im umgekehrten Fall sehr niedrig ist. Dabei ist die CTR bisher vor allem ein Faktor für das Monitoring und die Auswertung gewesen. War die Rate recht niedrig, gab es einen entsprechenden Bedarf an Optimierungen in der Beschreibung oder beim Titel.

In den letzten Monaten kommt aber immer wieder die Frage auf, warum eigentlich CTR kein direkter Faktor für die Positionierung in den SERPs ist. Immerhin lässt sich theoretisch darauf schließen, dass eine Seite mit einer besonders hohen Klickrate auch qualitativ für die Besucher interessant ist. Bisher lässt sich allerdings nicht erkennen, ob diese Rate wirklich einen direkten Einfluss auf das Ranking hat.

Verschiedene Statistiken haben festgestellt, dass Google es nicht als einen direkten Faktor betrachtet und eine hohe CTR daher wirklich nur für die Optimierung der Usability, nicht aber für die Arbeiten im Bereich SEO interessant ist.

Die Gründe dafür, dass Google die Rate bisher nicht wirklich als einen Einfluss auf das Ranking betrachtet, sind durchaus gut zu verstehen. Dafür müssen aber die verschiedenen anderen Faktoren genauer betrachtet werden, die sich aus den Klicks und den Besuchen der Nutzer von Suchmaschinen auswerten lassen.

Google und sein Algorithmus - Geheimnis und Mythos werden immer öfter von klaren Hinweisen entzaubert
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Die verschiedenen Rates der Nutzer von Suchmaschinen

Natürlich ist das Argument, dass eine hohe CTR auf eine gewisse Qualität der Webseite, zumindest aber interessante Ergebnisse hinweist, nicht von der Hand zu weisen. Das Problem ist jedoch, dass nicht genau beurteilt werden kann, inwiefern das einen direkten Einfluss auf das Verhalten der Besucher nimmt. Wenn der Nutzer eine Suchmaschine ein Ergebnis sehr schnell findet und dafür die ersten Links in der Suchmaschine nutzt, haben diese natürlich ganz automatisch eine hohe CTR. Aber wie verhält es sich zum Beispiel mit Anfragen die sich mit Themen wie dem Wetter, einer Adresse oder einer anderen einfachen Suche beschäftigen? Wenn es sich um einen Besucher handelt, der gar nicht auf der Suche nach besonders qualitativen oder tiefgründigen Inhalten ist? An diesem Punkt ist es wichtig zu wissen, welche anderen Rates von Google beobachtet werden und sich auch von den verschiedenen Tools auswerten lassen, die im Bereich SEO eingesetzt werden.

  • Verweildauer: Bei der Verweildauer wird mit der Hilfe der Cookies von Google gemessen, wie lange sich ein Besucher auf einer Homepage aufhält. Findet er zum Beispiel Informationen die interessant sind und entscheidet sich dafür, diese komplett zu lesen oder bewegt er sich weiter auf den Unterseiten, sorgt dafür eine hohe Verweildauer. Das betrachtet Google als einen wichtigen Faktor für die Qualität. Auch bei Optimierungen von Unterseiten spielt diese Verweildauer eine wichtige Rolle, da sie als Indikator für die Inhalte der Unterseite gesehen werden kann.
  • End-Rate: Ein weiterer wichtiger Hinweis auf die Qualität kann die End-Rate sein. Diese kann zwar nicht von den Analytics, wohl aber von Google eingesehen werden. Findet ein Nutzer auf der Seite die gesuchten Informationen und stellt die Suche ein? Dann ist dies ein positiver Faktor und spricht ebenfalls für die Qualität.
  • Bounce-Rate: Was gegen eine hohe Qualität spricht, ist eine hohe Bounce-Rate. Das würde bedeuten, dass die Inhalte auf der Seite nicht dem entsprechen, was der Nutzer zu finden hofft. Sie gehen zurück und setzen die Suche fort. Dies könnte ein Problem mit der Qualität darstellen.

Es gibt also weit mehr als einen wichtigen Faktor, mit dem Google versucht, die Qualität seiner Suchergebnisse zu prüfen. Besonders die Bounce-Rate ist dabei ein wichtiger Punkt. Nimmt man aber die Diskussion rund um CTR, würden die entsprechenden Webseiten mit einer hohen Rate auch hier sehr hohe Werte erzielen. Wer das Wetter auf einer Webseite gefunden hat, kann die Suche beenden aber ebenso einen Vergleich auf einer anderen Seite anstellen. Die CTR wäre hoch, die Bounce-Rate ebenso.

Das führt zu Problemen bei der Bewertung und ist somit eines der wichtigsten Argumente, warum Google bisher das entsprechende Rating nicht in ihren Algorithmus einbezogen hat. Wie die Ingenieure hinter der Bewertung von Webseiten durchblicken lassen, heißt das aber nicht, dass Google nicht einen Blick auf die Entwicklung hat.

Eine Hohe Absprungrate ist trotz Googles Ignoranz kein Indikator für eine interessante Seite
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Wie Google versucht den CTR einzubeziehen

Solange CTR kein eindeutiger Faktor für das Ranking ist, wird sie natürlich auch nicht zu einem Thema für die Suchmaschinenoptimierung. Es wird weiterhin darum gehen, die eigenen Links möglichst weit oben in den organischen Suchergebnissen von Google zu platzieren. Die Rate CTR ist dabei erst einmal egal, weil es vorwiegend darum geht, Sichtbarkeit und Bekanntheit zu erzeugen. Allerdings könnte dies eine sehr kurzfristige Denkweise sein.

Wie Google hat durchblicken lassen, versucht man derzeit Anpassungen am Algorithmus zu machen, um entsprechende Faktoren wie CTR noch stärker in die Bewertung einzubeziehen.

Wie genau das passieren wird ist dabei noch nicht klar und wird mit Sicherheit auch nicht veröffentlicht werden. Bekanntermaßen arbeitet Google sehr konstant an der weiteren Verbesserungen der Qualität von Webseiten. Besonders die Ergebnisse, die sehr weit oben in der organischen Suche erscheinen, sollen eine möglichst hohe Qualität bei den Inhalten und bei den Links aufweisen. Es wird daher wichtig sein, im Bereich SEO auch hier weiter daran zu arbeiten. Wer SEO auf der eigenen Seite durchführen möchte, sollte daher durchaus die Rate für die Klicks weiterhin im Auge behalten. Denn Sie geben unter anderem auch Aufschluss darüber, wie benutzerfreundlich eine Seite ist. Denn auf die „Usability“ legt Google viel Wert

Zumindest für die eigenen Optimierungen ist es in der Regel ein guter Ansatz für neue Konzepte und weitere Verbesserungen. Zudem ist man so vorbereitet, wenn Google einen Weg gefunden hat, um diesen Faktor auch in den Ergebnissen und Bewertungen einfließen zu lassen. Auch das ist sicher nur eine Frage der Zeit.

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