Social Media vs. Foren

Soziale Netzwerke und Plattformen vs. Foren

Was ist der Unterschied zwischen Foren, F/A-Portalen, Facebook, YouTube und Co?

Ein Forum dient meist dem Austausch von verschiedenen Personen zu allen möglichen Themen. Dabei besitzen die meisten Foren ein gewisses Hauptthemengebiet, zu welchem ein höheres Grundwissen unter den registrierten Mitgliedern besteht. Neben diesem Hauptthema sind jedoch meist in eigens dafür eingerichteten Offtopic-Bereichen Gespräche zu sämtlichen anderen Themen zugelassen. Diese fachliche Trennung dient der Übersichtlichkeit des Forums.
Portale, die sich auf Fragen und Antworten spezialisiert haben, sind hierbei wesentlich allgemeingültiger. Jeder Nutzer kann eine beliebige Frage zu einem selbst gewählten Thema stellen und alle anderen Nutzer versuchen, auf diese Frage zu antworten. Dabei erhält man verschiedenste Antworten, die entweder geraten oder durch tiefgreifendes Wissen fundiert sind.
Facebook hingegen ist ein soziales Netzwerk. Dort können sich Nutzer eine individuell angepasste Profilseite einrichten und sich somit nach außen darstellen. Spezielle Interessen und ein Austausch mit Menschen außerhalb des Bekanntenkreises finden in sogenannten Gruppen statt. Dort können Nachrichten und Antworten verfasst werden, die einem großen Kreis von Menschen zugänglich sind. Es ist jedoch auch möglich, ausschließlich mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben.
Auf YouTube können die Nutzer Videomaterial hochladen und allen anderen Nutzern der Plattform zugänglich machen. Diese Videos werden bewertet, kommentiert oder mit Freunden über andere Social-Media-Plattformen geteilt.

Dabei nimmt YouTube aufgrund wachsender Beliebtheit bereits bei jungen Menschen einen höheren Stellenwert ein als das herkömmliche Fernsehen.

Weitere stark zielgruppenorientierte Portale sind Snapchat und Instagram, die beide bild- und kurzvideolastig ausgerichtet sind.

Bei Snapchat wird die jüngste Zielgruppe angesprochen. Sogenannte „Snaps“ sind Bilder oder kurze Videos (maximal 10 Sekunden), die nach dem Ansehen der Öffentlichkeit oder bestimmter User direkt verschwinden und nicht wieder abrufbar sind.

Instagram, das auch oft als das „Twitter der Bilder“ beschrieben wird, kann der User Bilder im quadratischen Format hochladen und mit Hashtags (#) versehen kennzeichnen. User, die zu bestimmten Themen Bilder suchen, finden somit diese über den Hashtag als „Filter“.

Sowohl Instagram als auch Snapchat sind stark contentbasiert und weniger profillastig. Hier liegt der Hauptunterschied zu Facebook.

Twitter habt sich durch seine Orientierung an Nachrichten, News und politischen Aktualität von allen anderen Sozialen Plattformen ab. Maximal 140 Zeichen sind erlaubt und zwingen den User direkt auf den Punkt zu kommen. Hier ist die Zielgruppe älter und an aktuellen Themen interessiert. Zu politischen, sozialen und aktuellen Themen entstehen innerhalb von Minuten Hashtags, unter denen dann oft schneller als bei jedem anderen Medium (der klassischen wie Fernsehen und Radio eingeschlossen) News verbreitet und fortlaufend aktualisiert werden. Viele Reporter und Nachrichtenagenturen veröffentlichen zuerst auf twitter, bevor sie den Content für facebook oder andere Kanäle aufbereiten.

Welche Zielgruppe erreicht man wo?

Aufgrund der stark unterschiedlichen Verwendungszwecke unterscheidet sich die Zielgruppe auf den unterschiedlichen Plattformen besonders stark.

In Foren kann man aktuell fast ausschließlich eine etwas ältere Zielgruppe (30+) erreichen; lediglich bei Themen rund um die Sexualität und Aufklärung sucht noch ein beachtlicher Prozentsatz von 27% der Jugendlichen in Foren nach Rat. Die meisten Nutzer von Foren haben sich vor mehreren Jahren in dem Forum registriert. Sie sind dort lediglich geblieben, um mit den anderen Nutzern des Forums in Kontakt zu bleiben. Die dort verblieben Zielgruppe ist besonders stark spezialisiert. Man findet in Foren ausschließlich Menschen, die einen direkten Bezug zum Hauptthema des Forums haben.
Auf den Frageportalen findet man eine deutlich allgemeinere Zielgruppe vor. Auch diese ist etwas älter und weist im Durchschnitt ein Alter über 25 Jahren auf. Die meisten der dortigen Nutzer sind ausschließlich an der Beantwortung Ihrer eigenen Frage interessiert. Jene Nutzer, die auf Fragen antworten, möchten entweder unter jede Frage zumindest irgendetwas schreiben, um die Anzahl ihrer Antworten möglichst schnell zu steigern oder besitzen ein Spezialthema, in welchem sie fundiertes Wissen besitzen.

Auf Facebook findet man aktuell nahezu jede Zielgruppe vor. Die Plattform dient als riesiger Treffpunkt und bietet mit seinen vielen Funktionen zahlreichen Menschen die Möglichkeit, sich mit gleich gesinnten auszutauschen.

Die Videoplattform YouTube richtet sich hingegen an ein wesentlich jüngeres Publikum. Die erreichbare Zielgruppe befindet sich dort in einem durchschnittlichen Alter von 14 bis 25 Jahren. Das Besondere ist hierbei, dass die Plattform jedes erdenkliche Thema abdeckt und verschiedene Nutzer innerhalb der Gemeinschaft ein sehr hohes Vertrauen genießen und dadurch eine enorme Werbewirksamkeit besitzen.

Wie verteilt sich die Anzahl der User?

Bei der Anzahl der User ist eine klare Tendenz zu erkennen. Während neuere soziale Medien ständig mehr Menschen von den Vorteilen digitaler Treffpunkte überzeugen, findet bei klassischen Formen im Internet eine starke Migration statt.

Die wichtigsten Sozialen Medien im Vergleich
Die wichtigsten Sozialen Medien im Vergleich

Immer mehr Menschen nutzen soziale Netzwerke wie Facebook, für die Zwecke, für welche man früher Foren und Frageportale aufgesucht hat.

Aus diesem Grund geht die Größe der erreichten Zielgruppe von Foren und Frageportalen immer weiter zurück. Gleichzeitig wächst die Größe der erreichten Zielgruppe von Facebook, YouTube und anderen neueren Plattformen täglich.

Wo macht es mehr Sinn, Präsenz zu zeigen? In Foren oder auf Facebook und YouTube?

Je nach Unternehmen und gewünschter Zielgruppe sind andere Plattformen empfehlenswert. Die Anzahl der aktiven Nutzer von Facebook nimmt rasant zu. Demnach ist dies ein idealer Ort für eine Vermarktung von Produkten, die eine große Vielzahl von Menschen interessieren könnten. Die Plattform ist jedoch für eine gezielte Werbekampagne in einer besonders kleinen und ausführlich definierten Zielgruppe nicht geeignet.
Für diese speziellen Zielgruppen eignet sich hingegen eine Kampagne auf YouTube. Dortige Anbieter weisen eine besonders starke Spezialisierung auf ihr Themengebiet auf. Dadurch erreicht der Kanal weite Teile einer klar definierten Zielgruppe und erwirbt gleichzeitig das Vertrauen dieser. Deshalb ist eine Werbekampagne auf dieser Plattform besonders effektiv. Dies gilt insbesondere, weil Produktempfehlungen und Produktvergleiche ein besonders beliebtes Format auf dieser Plattform sind. In Foren befinden sich noch immer zahlreiche Vertreter einer sehr speziellen und eingeschränkten Zielgruppe. Es macht daher ausschließlich für Unternehmen Sinn, in einem Forum Präsenz zu zeigen, wenn das Unternehmen ein Produkt vertreibt, das für die Mitglieder des Forums aufgrund der hohen Relevanz zum Hauptthema interessant ist.

Social Media vs. Foren
Social Media vs. Foren

Wie entwickelt sich der Markt des Onlinemarketings in Bezug auf YouTube und ähnliche Dienste?

Der Markt des Onlinemarketings befindet sich in stetigem Wandel. Während man vor einigen Monaten noch qualitativ hochwertige Werbung auf Facebook schalten konnte, hat sich dies vor kurzem drastisch geändert. Aufgrund von aktuellen Änderungen der Werberichtlinien werden künftig Werbeanzeigen auf Facebook nicht nur registrierten Nutzern angezeigt. Auch unregistrierte Besucher einer Seite auf Facebook bekommen die Werbeanzeigen zu sehen. Über diese Nutzer bestehen jedoch keinerlei Daten über Interessen oder Vorlieben. Dadurch kann nicht sichergestellt werden, dass die Werbung den angezeigten Nutzer interessieren könnte. Diesen Service bot die Plattform noch bis vor kurzem an.
Deutlich interessanter sind aktuell Marketingaktionen auf YouTube für Experten geworden. Schon lange hat sich der Trend dahin gehend entwickelt, eine Marketingaktion nicht mehr mit den Betreibern eines Onlinedienstes, sondern mit seinen populären Nutzern zu vereinbaren.

Sogenannte Influencer (besonders populäre Nutzer mit vielen Fans) haben eine enorme Werbewirksamkeit durch ein hohes Vertrauen der Fans und können den Umsatz eines Unternehmens bis ins Unermessliche steigern. Marketingexperten raten daher zu einer Kooperation mit einem für das Unternehmen geeigneten Influencer.