Ad Block verdirbt vielen Werbetreibenden die Einnahmen

Adblocker: Werbeeinnahmen für Unternehmen sinken – bringt iOS 9 neuen Aufschwung?

Anbieter für mediale Unterhaltung, wie zum Beispiel „RTLnow“, haben die Handbremse bereits gezogen und bieten für Ad-Block-Nutzer keine Streams mehr an. So müssen Nutzer vor dem Anschauen von Sendungen und TV-Serien auf der Seite von RTL den eigenen Adblocker deaktivieren. Vorher läuft einfach nichts. Doch wieso greifen immer mehr Unternehmen zu solch drastischen Mitteln? Der Grund sind Milliardenverluste durch gerade diese/s nützliche App/Programm. 
Die meisten Nutzer von Adblock haben nämlich einfach keine Lust auf Werbung und das ist verständlich. Doch bevor genauer ins Thema gegriffen wird, muss zunächst klar gestellt werden, was das Programm „Adlock“ oder „Adblock Plus“ überhaupt bewirkt und warum es immer häufiger genutzt wird.

Adblocker – Das Internet ohne Werbung genießen

Adblock Plus (früher noch Adblock genannt) ist ein Programm, welches im Browser selbst installiert werden muss. So gesehen ist es weniger ein Programm und vielmehr ein Browsertool oder eine Applikation. Je nachdem welcher Browser benutzt wird (Chrome, Firefox, etc.) muss dementsprechend die richtige Version heruntergeladen und in den Browser integriert werden. Da die Datei nur einige wenige Megabyte groß ist, geht dies relativ zügig. Mittlerweile ist das Programm Adblock sehr populär geworden. Ein gutes Beispiel: Wer heutzutage seinen PC neu formatiert und anschließend eine Firewall und ein Antivirenprogramm aufsetzt, bevor es ins Internet geht, installiert mittlerweile auch Adblock Plus. Besonders für Smartphone Nutzer oder Leute die allgemein mit kleineren Displays im Internet surfen, ist Adblock Plus eine enorme Hilfe, wenn es darum geht gezielt und vor allem ohne störende Pop-Ups die gesuchte Info schnell und unkompliziert zu finden. Besonders auf kleinen Bildschirmen kann man sehr gut auf die viele Werbung verzichten, die durch einen simplen Klick ausgelöst werden kann.

 

In den USA gibt es momentan die meisten Ad-Block User
In den USA gibt es momentan die meisten Ad-Block User

Millardenverluste durch Adblocker

Betreiber vieler Webseiten sind frustriert: Die Werbeeinnahmen waren vor dem Adblock-Boom wesentlich höher. Adobe hat kürzlich eine Studie mit dem Auftrag beschäftigt herauszufinden, wie viele Einnahmen in den letzten Jahren durch Adblocker verloren gingen. Die Zahlen belaufen sich dabei auf über 20 Milliarden Dollar (und das alleine im Jahre 2015)! Mit Sicherheit wird das Programm hauptsächlich vermehrt verwendet, da viele Webseiten mit den ganzen Werbungen für Unübersichtlichkeit und Frustration sorgen. Leider sind die Betreiber jedoch schon nahezu gezwungen viel zu werben, schließlich müssen die Webseite und investierte Zeit finanziert werden.

Zahlen & Fakten: Soviel Schaden verursachen Adblocker tatsächlich

Experten von PageFair rechnen mit einem großen Anstieg von Adblock Nutzern im Jahre 2016 und mit folglich größeren Verlusten für Marketing und anderen Werbeunternehmen und Services. Alleine in den USA soll im kommenden Jahr soviel Schaden entstehen (+ 20 Milliarden $), wie in diesem Jahr bereits weltweit entstanden ist. Weltweit wird im Jahre 2016 mit ca. 40 Milliarden US Dollar Verlust für werbende Unternehmen gerechnet. Von Anfang 2010 bis zum heutigen Tag, stieg die Zahl der weltweiten Adblock-Nutzer nämlich von 20 Millionen auf insgesamt 190 Millionen an. Dies ist ein Anstieg von nahezu 100% in nur 5 Jahren! Der Hauptgrund in der Verbreitung des Ad-Block-Tools liegt vermeintlich an dem Anstieg der Google Chrome Browser-User. Aufgrund der recht flotten Installation sehen die meisten Nutzer nämlich keinen Grund den Adblocker weg zu lassen. Schließlich spart dieser vor allem Vielsurfern viel Zeit und Geduld. Je erfolgreicher der Browser also wird (und Chrome ist ziemlich erfolgreich) und umso mehr Menschen diesen nutzen, desto mehr Adblock User werden sich im Laufe der Jahre dazugesellen. Google wird die Nutzerzahlen Ihres Browsers nämlich mit Sicherheit nicht zurückdrängen.

Jeder vierte User Blockt in Deutschland
Jeder vierte User Blockt in Deutschland

Gewinner und Verlierer

Die Gewinner dieser finanziellen „Werbekatastrophe“ sind die Entwickler von Adblockern. Sie handeln nämlich Verträge mit sehr großen und einflussreichen Betrieben aus, sodass die Werbung von einigen wenigen privilegierten Firmen eben nicht ausgeblendet wird. Webseiten wie die im Vorwort erwähnte Webseite „RTLnow“, setzen bei diesem Problem lieber auf eine Sperre für den Nutzer, sodass er gezwungen ist Werbung zu schauen und den Adblocker auszuschalten, wenn die Streams auch laufen sollen. Dies klappt in der Regel jedoch für viele andere Betreiber leider nicht. Besonders neue Startup Unternehmen die nur durch Werbung überleben- und im riesigen Internet-Käfig alleine durch Werbeeinblendungen neue Kunden gewinnen können, haben mittlerweile mehr Barrieren in den Weg gelegt bekommen, als viele meinen. Selbst Internetunternehmen die es schon lange gibt, müssen in Zukunft wegen Adblock Plus dicht machen und die eigene Webseite in den Offline Status schicken.

Aggressive Werbung gehört nunmehr der Vergangenheit an

Dank Adblock Plus mussten also viele Unternehmen bereits Verluste wegstecken, denn es wurde eventuell auf die falsche Marketingstrategie gesetzt: Werbeeinblendungen. Was früher noch keiner ahnen konnte, ist schließlich eingetroffen: Die Nutzer wehren sich nun gegen die mittlerweile schon fast unverschämt aggressiven Werbe-Pop-up-Fenster und rüsten Ihre Browser in nur wenigen Sekunden mit Adblock Plus aus. Somit wird den aufdringlichen Werbern der Wind aus den Segeln genommen, jedoch leider auch denen, die eventuell nur eine kleine Werbung auf Ihrer Seite schalten, um „über die Runden zu kommen“ und die Seite „am laufen zu halten“.

 

iOS 9 – Kehrtwende im Advertising-Business?

Mit dem Update des Betriebssystems von Apple auf iOS 9 besteht die Möglichkeit sogenannte Adblocker in den iOS Browser Safari zu integrieren. Diese Möglichkeit nutzen viele Start-Ups und alteingesessene Firmen um sich einen Namen in der Adblock-Szene zu machen. Hierzu zählen zum Beispiel Blockr oder Crystal. Das Unternehmen um die App Crystal hat die App schon wieder vom Markt genommen. Auch der wohl bekannteste AdBlocker (Adblock Plus, von Eyeo) sieht hier neue Möglichkeiten der Werbung und hat eine sogenannte Whitelist, oder Ausnahmeliste, ins Leben gerufen. Eyeo soll Entwicklern von Werbeblockern Geld geboten haben, damit diese die Ausnahme liste in Ihre Apps integrieren und somit zulassen, dass bestimmte Werbung  zugelassen und somit sichtbar auf dem Display wird. Laut t3n.de hat Ben Williams zugegeben, dass Adblock Plus den Appentwicklern Geld geboten hat, wenn diese die von Adblock Plus erstellte Ausnahmeliste integrieren. Um wie viel es sich pro Gebot genau handelt verrät Ben Williams aber nicht.
Kleine Unternehmen sollen nichts bezahlen müssen um auf diese Whitelist zu kommen. Große Firmen hingegen wie Microsoft oder Amazon sollen tief in die Taschen gegriffen haben um auf die Ausnahmeliste zu gelangen. Angaben zu Folge rund 30% der Summe, die der Anbieter durch die Freischaltung einnehmen würde.
Die „acceptable-ads list“ ganze ist ein Schritt weiter in Richtung „besseres Internet“, so Eyeo. Wie die User darüber denken und wie die Reaktionen am Ende aussehen werden, ist eine andere Geschichte.

 

Welche Alternativen Werbemittel gibt es außer den Werbeeinblendungen?

Firmen die nicht aufgeben wollen, setzen mittlerweile immer weniger auf Werbeeinblendungen (eben wegen Problemen, die Adblock Plus mit sich bringt) und beschäftigen sich vielmehr um den Einsatz von Links in speziellen Texten oder Foren. Linkbuilding ist heutzutage nämlich so beliebt wie noch nie: Sinnvoll eingebaute Links leiten den Leser nämlich auf die Seite oder in Richtung des Produktes weiter. Dies ist sozusagen sogar „erwünschte“ Werbung, denn Forenlinks und die gesamte Linkbuilding-Maschinerie wird von großen Beobachtern wie der Suchmaschine von Google sortiert. Dabei werden Webseiten mit Texten in denen viele auffällig gesetzte Werbelinks existieren (spamming) mit einem schlechteren Pagerank bestraft. Sinnvoll gesetzte Links mit einem echten Mehrwert hingegen, mit einem besseren Platz in der Suchmaschine belohnt.

 

Bildquellen: 
Flynt/Bigstock.com
https://pagefair.com/

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